Bisher haben wir immer nur diverse Apartments über AirBnB gebucht, wenn wir in Kroatien Urlaub gemacht haben. Heuer wagen wir etwas Neues und verreisen mit dem Zelt. Wir haben uns für Umag entschieden. Erstens waren wir schon einmal mit unseren Natuakindan dort auf Urlaub und kennen die Gegend sehr gut. Zweitens liegt Umag nur ca. 5 Autostunden von St. Pölten entfernt.
Vorbereitungen
Wir besitzen einen Skoda Ocativia Kombi Baujahr 2010. Das ist ein riesiger Vorteil beim Campen: er ist alt und dreckig … damit müssen wir wenig Rücksicht auf das Auto an sich nehmen. Erfahrungsgemäß ist unser Otto (so heißt unser geliebter Kombi) Anreisefahrzeug und Spielplatz für unsere Natuakinda. Wenn wir zum Campen aufbrechen ist unser Otto wirklich von oben bis unten hin vollgepackt. Seitenfächer, Handschuhfächer, Rücksitzfächer, Platz unter den Sitzen, Kofferraumseitenfächer, Dachbox … es wird wirklich jeder Stauraum genutzt. Mittlerweile ist Urlaubsvorbereitung ein Tetrisspiel für wirklich Erfahrene. Die Packliste wird im Familienkreis streng verhandelt. „Du willst einen weiteren Gegenstand auf die Liste setzen? Gut und gerne, aber was gibst du dafür auf?“ Insgeheim hoffen wir, dass unsere Natuakinda kleinwüchsig bleiben. Kleidung und Schuhe benötigen bei großen Natuakindan nur unnötig viel Platz den man anderweitig besser zu verwenden wüsste.

Erfahrungsgemäß benötigen die Natuakinda im Urlaub kaum Spielzeug, da sie meist mit Entdeckungen beschäftigt sind. Bücher sind ihnen viel wichtiger – wobei wir hier mittlerweile auf ein bis zwei E-Bookreader zurückgreifen. Die Toniebox ist auch noch immer dabei, kann aber durch Kopfhörer und Handy mit dementsprechender App ersetzt werden. Früher waren Tiptoi Bücher bei uns hoch im Kurs, sind aber mittlerweile uninteressant geworden. Ein bis zwei Kartenspiele nehmen wir zwar mit, brauchen sie aber nie. Fix dabei ist immer ein großer Schwimmreifen für jedes Kind. Ein StandUpPaddle bekommen wir leider nicht in unseren Otto, kann man sich aber fast überall ausborgen.
Es geht los…

Wie jedes Jahr starten wir unseren Urlaub gegen 3 Uhr früh. Die Natuakinda werden schlafend ins Auto gesetzt. Gepackt wird am Vortag. Mit einer Kaffeepause kommen wir zwischen 8 und 9 Uhr im Stella Maris Campingplatz Umag an. Der Verkehr ist zu dieser Nachtzeit überschaubar. Wir haben Glück und unsere Parzelle ist gleich fertig zum Beziehen. Allerdings haben wir einen Platz direkt neben dem Klohaus zugewiesen bekommen. Wir inspizieren den Campingplatz auf Ausschau nach einem besseren Zeltplatz: in kurzer Gehdistanz zum Klo und der Waschküche, aber so weit weg, dass man in der Nacht nicht belästigt wird. Außerdem sollte man immer auf den Sonnenstand und Bäume in der näheren Umgebung achten. Mit etwas Glück kann man dann auch eine Hängematte aufhängen. Beim Zelten muss man unbedingt auch auf den Untergrund achten. Niemand will auf einer Baumwurzel oder einem fetten Stein schlafen. Wir überlegen auch immer wie wir das Zelt am besten ausrichten und wohin wir unseren Otto parken.

Unsere Wunschparzelle ist sogar noch frei und wir dürfen umziehen!!! Nun geht´s ans Aufbauen. Da helfen auch die Natuakinda mit … ganze drei Minuten!!! Ein neuer Rekord. In unserer Familie ist es immer äußerst wichtig sich im Familienkreis auszumachen beim Aufbau nicht zu streiten. Am besten man isst und trinkt ausreichen viel bevor man beginnt, da die Blutzuckerwerte und Müdigkeitszustände stark mit dem Stresslevel zusammenhängen. Bei uns ist das auf jeden Fall so. Naja … zum Streit kommt es beim Aufbauen dennoch … und zwar wirklich immer. Aber wenn man sich gewisse Regeln vorher ausmacht entfacht nicht gleich eine Scheidungsdebatte. Ihr findet das überzogen? Fragt mal unsere Freunde. Harmonie ist bei uns ein Fremdwort – Streit gehört bei uns dazu – damit haben wir uns abgefunden und lieben uns alle dennoch. Für den Zeltaufbau in unserem Familienkreis könnte ich wahrscheinlich Kabaretttickets verkaufen. Wichtig: Am Ende steht das Zelt, es duftet nach frischem Kaffee, alle sind versöhnt und die Natuakinda verwüsten mit ihrem Spielzeug in den ersten drei Minuten das Innenzelt.
Tag 1 – Pool und Strand

Gleich nachdem das Zelt aufgebaut ist, marschieren zwei Kinder im Volksschulalter an unserem Platz vorbei und fragen ob unsere Natuakinda mit ihnen spielen wollen. Wir freuen uns, dass unsere Kids gleich einen Anschluss gefunden haben und darüber, dass sie offen anderen Kindern gegenüber sind.
Nach kurzer Spielzeit erkunden wir ein wenig den Campinplatz. Gleich bei der Rezeption liegt ein sehr modernes offenes Restaurant. Die Speisekarte ist den Wünschen von Familien stark angepasst. Es gibt Hühnernuggets, Burger, Pizza & Co. Davor liegt ein großer moderner Pool mit Sonnenliegen, die man kostenlos nutzen kann. Wir entscheiden uns dazu kurz in den Pool zu springen. Danach packen wir unseren Rucksack und wandern an den Strand. Räder wären hier sicherlich von Vorteil. Zum Strand geht man ca. 15 Minuten. Das ist aber wirklich machbar. Am Weg kommt man auch an einem kleinen Spielplatz vorbei. Außerdem hat man auf so einem Campingplatz immer viel zu entdecken… verschiedene Zelte, Wohnmobile, Anhänger … das ist schon immer faszinierend.

Wir begeben uns zur Liegewiese in der Stella Maris Bucht. Dort lösen mein Mann und unsere Natuakinda sofort ein 2 Stunden Ticket für den aufblasbaren Spielplatz. Da ich Probleme mit meiner Schulter habe, lasse ich diesen Spaß lieber sein. Die Kids toben, springen vom höchsten Turm, schwingen wie Affen durch die Gegend uns spielen nachlaufen mit Papa. Ich genieße in der Zwischenzeit die „Ruhe“ in einer Touristenlandschaft. Macht man hier Urlaub muss man die anderen Touris einfach ausblenden können. Da ich aber eine alte „Lästerschwester“ bin belustigt mich das Urlaubsverhalten anderer Familien immer wieder aufs Neue. Fremdschämen ist ein Hobby von mir 🙂

Am Abend essen wir im Campingplatz-Restaurant, während sich mein Sohn vor der Kinderanimation gruselt und meine Tochter nicht zum Tanzen aufhören kann, als das Maskottchen (ein riesiges Seepferdchen) erscheint. Ich schließe mich meinem Sohn an … Ferienanimationsprogramme waren mir schon immer ein Graus.
Tag 2
Wir starten mit einem gemütlichen Frühstück (Gebäck aus der nächstgelegenen Bäckerei) und einer Runde Schwimmen im Pool – den haben wir für uns ganz allein … zumindest für 5 Minuten. Danach geht es zum Sandburgenbauen an den Sandstrand von Umag, wo wir uns auf Grund des Windes über die hohen Wellen freuen. Den Abend verbringen wir in Umag. Da der Bummelzug sehr teuer ist, fahren wir mit dem eigenen Auto und finden einen kostenlosen Parkplatz.
Tag 3 – Zambratija Beach

Gleich am Morgen brechen wir auf zu unserem Lieblingsstrand: Zambratija. Dort erkunden die Natuakinda zwischen den Felsen Krebse und Muscheln, bauen Sandburgen oder chillen unter dem Kiefernbaum. Später entdecken sie, dass das Schnorcheln ziemlich viel Spass machen kann. Erst gestern haben wir den Natuakindan eine Ausrüstung im örtlichen Supermarkt gekauft, die sie wirklich toll finden. Am coolsten finden wir die Destino Beach Bar. Dort sitzt man in einer hippen Atmosphäre gemütlich im Sand und schlürft Cocktails und isst jede Menge Eis während man einfach nur die Seele baumeln lässt.

Am Abend fahren wir wieder Umag, wo wir in unserem absoluten Lieblingsrestaurant einkehren, dem Konoba Viktor. Es liegt nicht direkt im Hafen, sondern an der Rückseite der Promenade. Dort sitzt man direkt am Wasser. Empfehlenswert ist es sich einen Fischteller zu teilen, aber auch die Pizzen schmecken köstlich. Wir waren aber auch schon einmal am Hauptplatz dem Piazza della Liberta essen. Es lohnt sich einmal die gesamte Hafenpromenade entlangzuwandern und die Atmosphäre zu genießen. Von der Kaimauer, gleich neben dem verlassenen Hotelkomplex hat man einen fantastischen Ausblick auf den Sonnenuntergang. In der Nähe der Konoba Viktor bekommt man auch köstliches Eis zu essen bzw. liegt gleich nebenan eine Eisdiele, welche auch Eisbecher serviert (Achtung – die sind riesig!!!). In der Gasse vor dem Restaurant findet man zahlreiche kleine Läden, unter anderem ein Süßwarengeschäft in welches wir immer einfallen und es dann bereuen.
Tag 4 – Kletterpark

Heute Vormittag suchen wir den Kletterpark beim Campingplatz auf. Dieser bietet wirklich für alle Altersklassen ein Erlebnis. Man sollte sich genau überlegen welches Paket man kauft. Unsere Kinder konnten recht schnell mehrere Ebenen erklettern. Danach ging es wieder an den Strand und am Abend wieder nach Umag.
Tag 5 – Aquapark Istralandia

Wir besuchen den Aquapark Istralandia. Unglaublich teuer – unglaublich cool. Der Park ist ziemlich neu und bietet alles was man sich an Rutschen vorstellen kann. Wir mieten uns eine Doppelliege. Das wäre aber nicht notwendig gewesen. Viele Familien machen es sich einfach in der Wiese gemütlich. Allerdings muss man dann Glück haben mit dem Schatten. Am besten man verpflegt sich selbst, denn auch Getränke und Essen sind hier mega-teuer. Zum Ausruhen kommt man allerdings nicht viel, da man die ganze Zeit am Rutschen und Erkunden ist und das macht richtig viel Spaß. Für Rutschfaule gibt es aber auch Wasserspielplätze, Sprungtürme oder sehr langsame Rutschen. Beim Besuch mit Kindern ist zu beachten, dass viele Rutschen erst ab einer bestimmten Körpergröße zugelassen sind und hier sind sie teilweise wirklich streng.
Tag 5

Unser letzter Strandtag, den wir mit viel Eis und Sonne verbringen. Diese Woche am Meer gibt uns immer unglaublich viel Kraft und entschleunigt gewaltig. Wir brauchen zwar auch ein wenig Action, aber so ein bisschen faul herumgammeln schadet wirklich nicht.
Tag 6 – Aufbruch nach Südtirol
Heute wird gepackt. Wir stehen meist schon zwischen 7 und 8 Uhr auf. Das Frühstück fällt meist einfach aus. Danach helfen alle zusammen. Die Natuakinda packen das Schlafzeug zusammen, am Vortag wurde meistens schon das gesamte Gewand eingepackt. Möbel und Lebensmittel erledigen mein Mann und ich – so wie auch das Zelt. Nach ca. 2 Stunden Abbau verlassen wir den Campingplatz und machen uns auf den Weg nach Südtirol – unser Ziel: Toblach, eine Woche in den Dolomiten.
Fazit
Der Campingplatz ist sauber und gepflegt. Die Sanitäreinrichtungen sind älter, werden aber mehrmals täglich gereinigt. Das Restaurant ist modern und gut, aber bietet keine einheimischen Gerichte, sondern teures Fastfood. Die Bar hat immer geöffnet. Der Pool ist ebenfalls sauber, in einem bestimmten Zeitraum gibt es Fitnessangebote und einen Bademeister. Zum nächsten Strand braucht man zu Fuß ca. 15 Minuten. Die Parzellen sind großzügig und schattig angelegt. Möglichkeiten etwas einzukühlen gibt es nicht – man ist auf die eigenen Kühlung angewiesen. Die Stadt Umag kann man mit einem Bummelzug anfahren – dieser ist aber sehr teuer.
Weitere Empfehlungen aus vergangenen Urlauben in Umag:
- Tagestour mit dem Boot von Vrsar – Limski Kanal – Rovinj
- Polynesia Beach – Ruine Sipar: ruhiger Strandabschnitt, viel zum Erkunden für Kinder
- Camping Savudrija: naturbelassener, einfacher Campingplatz, sehr idyllisch



