
Die Wanderung über den Seekopf zur Hirschwand gehört zu einer der schönsten in unserer Gegend, darf aber nicht unterschätzt werden. Mit Kindern sind für die Tour mindestens 4 bis 5 Stunden einzuplanen.

Von St. Pölten kommend fährt man Richtung Mautern das linke Donauufer bis nach Oberkienstock. Dort findet man links neben der Bundesstraße einen kostenlosen Parkplatz. Von dort führt ein Weg direkt in den Wald hinein. Ich bin jedes Mal beeindruckt, weil man von der Straße aus nie einen solchen magischen Waldhang erwarten würde. Bis zum Seekopf geht es ziemlich steil bergauf. Für unerfahrene Natuakinda möglicherweise eine Motivationsherausforderung. Dafür wird man durch einen atemberaubenden Ausblick vom Aussichtsturm belohnt. Dort wird auch die Jause ausgepackt, denn eine Stärkung haben wir uns hier auf jeden Fall verdient. In den Sommermonaten kann es im Wald ziemlich dampfig und heiß werden, oben aber ziemlich winden.

Danach geht es nach links den Grat entlang bis zur Hirschwand. Um hinauf zu gelangen sollte man unbedingt schwindelfrei und absolut trittsicher sein!!! Meine Tochter fühlte sich damals ziemlich unbehaglich, daher ist nur mein Sohn über die hintere Hirschwand über den Steig hinuntergeklettert. Natürlich gemeinsam mit meinem Mann. Man sollte wirklich vorsichtig sein und sich hier nicht übernehmen. Ein Klettersteigset benötigt man keines, man könnte sich aber im Stahlseil versichern, falls man das möchte.

Im Unterholz, aber auch auf den Lehmbänken kann man an sonnigen Tagen unglaublich viele Smaragdeidechsen beobachten. Mich hat es jedes Mal geschreckt, wenn ich ins Unterholz gegangen bin und eine Eidechse raschelnd vor mir davongekrochen ist.
Wir lassen die Hirschwand hinter uns zurück und wandern den Grat weiter. Von nun an geht es mehrheitlich bergab. Der Kiefernwald erinnert mich jedes Mal an unsere Urlaube in Kroatien. Auch im Frühling kann es in der Sonne hier richtig warm werden, weil sich Feld und Sandboden so stark erwärmen … für mich ein herrliches Gefühl.
Immer wieder kommt man an Kletterfelsen vorbei, an welchen sich vor allem die Natuakinda stark erfreuen.

Über St. Lorenz schlängelt sich plötzlich eine Schlange aus dem Unterholz am Bein meiner Tochter hinauf. Vor Schreck habe ich ziemlich gebrüllt. Meine Tochter war durch mich ziemlich verunsichert. Die Schlange ist durch den Lärm blitzschnell wieder verschwunden, aber meine Tochter wich bis zur Straße hinunter nicht mehr von meiner Seite. Ich muss sagen, dieses Erlebnis verfolgt mich bis heute. Auch wenn Schlangen hier völlig ungefährlich sind, ekelt es mich jedes Mal, wenn ich durchs Unterholz muss.
In St. Lorenz angekommen, beschließen wir, dass die Natuamänner alleine über den Fahrradweg weiterwandern um das Auto zu holen, da die Natuakinda völlig k.o. sind. Dort vertreiben wir uns unsere Zeit um die „Nase“ zu studieren und beobachten die Rollfähre. Insgesamt war es ein sehr ereignisreicher, schöner aber sehr anstrengender Wandertag. Wir kommen sich wieder.




Eckdaten:
Anfahrt: Mit dem Auto bis zum Parkplatz links neben der Bundesstraße in Oberkienstock (1/2 Stunde von St. Pölten)
Dauer: 3 1/2 Stunden, mit Kindern ca. 5 Stunden
Schwierigkeit: für trittsichere, motivierte Kinder, steiler Anstieg – nicht gefährlich, Hirschwand nur für Geübte
Weglänge: ca. 9 km
Steigung: 600 Höhenmeter
Wegbeschaffenheit: Wanderpfade (Wurzeln, Steine), nicht kinderwagentauglich
Nützliche Links: Seekopf Wachau, Bergfex
