Rodeln in Hainfeld

Endlich liegt auch bei uns in St. Pölten Schnee. Aber leider viel zu wenig um hier rodeln zu gehen. Also geht es kurz entschlossen auf nach Hainfeld. Auch unsere Nachbarn alias Natuakind-Bloggerin Chrissi sind mit an Board.

Am Parkplatz neben dem Friedhof angekommen, geht es einen Forstweg entlang. Wir sind anfangs etwas enttäuscht, denn nach richtig viel Schnee sieht es hier nicht aus. Sogar die Grashalme sind noch zu sehen. Ab und zu kann man die Kinder mit der Rodel ziehen, aber meistens müssen sie selbst gehen. Darüber überhaupt nicht erfreut, startet unsere Winterwanderung mit viel Gesuder. Alle 100 Meter bleiben wir stehen um die Kids ermutigen doch weiter zu gehen. Wir machen Wettrennen, veranstalten ein Weitsprung Duell, balancieren über ein Holzgerüst … die Laune steigt nicht wirklich. Dann kommt es auch noch zu einem Anstieg. Die Aussicht auf mehr Schnee scheint die Kinder auch nur bedingt zu begeistern. Auch die Laune der Erwachsenen beginnt ein wenig zu sinken. Sich selbst positiv zu verhalten, wenn alle sich beschweren ist eine Herausforderung … jedenfalls für mich. Nach einer Rast mit Tee und Süßigkeiten geht es dann doch weiter. Die letzten Meter vor der Hütte liegt am Weg so viel Schnee, dass wir die Kinder schließlich nachziehen können … zumindest die Kleineren, denn die Großen sind schon vorgelaufen.

Vor der Liasenböndlhütte, welche auch im Winter geöffnet hat, erfreuen sich die Kinder am Schnee. Auch wir großen sind voll happy. Endlich Schnee – viel Schnee!!! Mein Mann möchte noch weiter gehen. Die jüngsten Natuakinder wollen in die Hütte. Schlussendlich gehen die drei größeren Natuakinda (5, 6 und 8 Jahre alt) weiter und eins (2 Jahre alt) bleibt mit Mama zurück. Jetzt geht es einen schmalen Wurzelpfad etwas steiler bergauf Richtung Hainfelder Hütte. Wir legen ein gutes Tempo vor und versuchen nicht zu sprechen, damit die Kids ja nicht auf die Idee kommen umkehren zu wollen. Bei jeder Tanne, die über den Pfad hängt gestalten wir eine Schneedusche. Die Kinder lachen und jauchzen. Leise rieselt hier der stürmische Schnee 😊 Endlich kommen wir zur „Piste“, welche mein Mann und ich vor Wochen entdeckt haben. Unglaublich steil sieht sie heute aus. Es wurde noch gar keine Spur gezogen. Ich schnappe mir den kleinen Tellerbob und rutsche los. Schnell komme ich drauf, dass der Bob kaum zu halten ist. Mit Mühe kann ich stehen bleiben, kriege mich vor Lachen kaum noch ein. Huiiii! So schnell ging es schon lange nicht mehr bergab. Ich reiche den Bob an meinen Sohn weiter und rolle den Hügel hinunter. Meine Tochter fährt mit dem Papa weiter, der ebenfalls gut aufpassen muss, um noch bremsen zu können. Auch die Kleinste ist voll mutig und traut sich auf die Abfahrtsstrecke. Man hört nur noch ein Kreisen schon johlen. Ein herrliches Gefühl. Das ist Winter!!! Nach einer rasanten Fahrt kommen wir auf einer Forststraße zum Stehen. Immer wieder stampfen wir die ersten 50 Meter hinauf und brettern wieder hinunter.

Am Ende der Forststraße erkenne ich das Auto der Liasenböndlhütte. Mir wird klar, dass die Hütte eigentlich hier ums Eck liegt und wir und den steilen Aufstieg über den Wurzelweg auch hätten sparen können.

Nach einer halben Stunde kehren wir in die Hütte ein und genießen Frankfurter, Debreziner, Schmalzbrote, Radler und Tee. Die Natuakinda durchstöbern freudig die vielen Spielzeugkisten in der Hütte. Der heutige Wirt ist der Bürgermeister von Hainfeld persönlich. Ein unglaublich herzlicher und freundlicher Mensch. Bei ihm erkundigen wir uns wegen einer gute Rodelabfahrt nach unten. Er verweist auch eine Art „Piste“ (Abhang) neben der Hütte. Warnt uns aber vor der Steigung. Schon einige Kinder wurden von übermütigen Eltern auf die Rodel gesetzt und konnten nicht mehr bremsen. Aber heute mit dem frischen Schnee sollte das Rodeln schon möglich sein.

Gesagt getan machen wir uns auf den Weg nach unten und müssen feststellen, dass der Hand so steil ist, dass man die Kinder auf keinen Fall allein fahren lassen kann. Wir setzen die zwei Mädels auf die Rodel, mein Mann stemmt sich vorne dagegen und rutscht bremsend den Hand hinunter. Die Gruppe bekommt dennoch eine tolle Geschwindigkeit zusammen. Die Kinder kreischen vor Lachen als sie zu Dritt unabsichtlich in den Wald fahren. Ich kann mich vor Lachen kaum Halten und flitze auf meinem Kinder-Plastik-Snowboard den Abhang runter und beobachte von unten wie viel Spass alle haben.

Vergnügt und völlig ausgelassen marschieren wir zum Auto zurück. Hainfeld wir kommen sicher bald wieder. 😊

Nützliche Links: Liasenböndlhütte, Hainfelder Hütte, Lindensteinhütte, Wegbeschreibung

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