
Ein etwas anderer Campingurlaub erwartet euch, wenn ihr auf den Zeltplatz von Legoland Deutschland fährt. Zur Ausstattung: Man muss überhaupt nicht einchecken, sondern kann mit seinem Buchungsbeleg sofort durch den Schranken auf den Campingplatz fahren. Den Platz kann man frei wählen. Es erweist sich als klug einen Platz auf der Anhöhe zu wählen. Man hat dann zwar etwas weiter bis zum Sanitärhäuschen, hat aber den großen Vorteil, dass man bei einem Unwetter nicht völlig absäuft, so wie uns das im Juli 2023 passiert ist.
Die Stellplätze sind je nach Wahl sehr großzügig. Der Untergrund ist ziemlich hart und sandig. Falls man Plastikheringe besitzt, empfiehlt es sich gegen eine kleine Kaution spezielle Heringe über die Rezeption zu beziehen. Auch Kabeltrommeln kann man sich dort ausborgen – unser 25 Meter Kabel war zu kurz!!! Das Auto kann man direkt beim Zelt parken. Die Sanitärhäuschen werden durchgehend gereinigt, sind aber sehr einfach ausgestattet. Einen Kühlschrank, Restaurant, Aufenthaltsräume etc. gibt es dort nicht. Dafür kann man die Waschmaschine und den Trockner kostenlos benutzen. Man sollte sich aber nicht darauf verlassen, da die Geräte fast immer ausgelastet sind.

Wir waren 2023 bereits das zweite Mal im Legoland zu Besuch. Jedes Mal reisten wir mit unserem Zelt an. Wir können diese Art zu reisen nur wärmstens empfehlen, denn die Hotels und Apartments im Lego Feriendorf sind äußerst teuer und das servierte Essen richtig ekelhaft. Sich selbst zu versorgen macht also richtig Sinn. Ein weiterer Vorteil ist, dass man alle Einrichtungen des Feriendorfes dennoch nutzen kann. Dazu gehören unglaublich viele sehr coole Spielplätze (ein riesiges Lego Piratenschiff, Holzburgen, Holzpyramiden, Kletterobelisken, Holzflugzeuge, ein Ninjago Parcour, ein riesigem Sandspielplatz mit Kletterelementen, Rutschen, einer kleinen Gokartbahn etc.). Des Weiteren gibt es eine Art Hochseilklettergarten, einen Minigolfplatz und ein Bowlingcenter, welches man gegen einen Aufpreis ebenfalls nutzen kann. Im Feriendorf gibt es außerdem mindestens drei Restaurants (im Piratenhotel, in der Ritterburg und das Dschungelbuffet). Wir empfanden das Essen dort als richtig schlecht und ziemlich teuer. Aber sie sind dafür wirklich nett anzusehen und das Personal ist äußerst freundlich.

Zum Legoland selbst: Vom Zeltplatz aus geht man in etwa 15 bis 20 Minuten zum Parkeingang. Anstellen mussten wir uns dort eigentlich nie. Ein Expresspass für die einzelnen Fahrten hätte sich für unsere Familie nicht rentiert, da wir mit allen Attraktionen meist nur einmal gefahren sind und die Anstellzeiten höchstens 30 Minuten betrugen, was aber auch nur sehr selten der Fall war. Bitte hier berücksichtigen, dass wir in der zweiten Juliwoche unterwegs waren und zu diesem Zeitpunkt viele große Bundesländer in Deutschland noch nicht schulfrei haben.
Als wir 2021 das Legoland zum ersten Mal besuchten, waren unsere beiden Natuakinda 4 und 6 Jahre alt. Mit 6 Jahren und einer Größe von 1,20 m kann man bereits mit fast allen Attraktionen (in Begleitung eines Erwachsenen) fahren. Für Kinder unter 3 Jahren würde ich den Park nicht wirklich empfehlen. Es sind einfach zu viele Eindrücke, welche Kinder schnell ermüden, was sich meist nicht sehr positiv auf den Urlaub auswirkt. Außerdem können dann nur sehr wenige Attraktionen genutzt werden.

Den Natuakindern und uns hat Legoland Deutschlang immer äußerst gut gefallen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind immer total freundlich. Der Park ist am neuesten Stand, gepflegt und wird ständig erweitert. Nur kulinarisch sollte man sich nicht viel erwarten.
Die Attraktionen sind für Kinder ab 4 Jahren interessant. Mit 10 Jahren könnte ich mir vorstellen, dass der Park an Reiz verliert, da die Fahrgeschäfte dann möglicherweise langweilig erscheinen. Für verspielte Erwachsene verliert Legoland nie an Reiz, weil man sich immer wieder aufs Neue an den vielen Details aus Lego erfreut.

Außerdem wird das Legoland ständig erweitert. Seit unserem letzten Besuch 2021 ist das Areal MYTHICA hinzugekommen. Dieser Bereich hat uns besonders gut gefallen. Die fantasievollen Figuren aus Lego, eine Station zum Legobauen, eine unglaublich coole neue Achterbahn, einen Fire & Ice Tower und neuen Rutschturm. Unsere Tochter ist mit dem Turm unglaublich oft gefahren. Um mit dem rasanten Flügellöwen Maximus fahren zu können, mussten mein Mann und ich uns leider aufteilen. Tipp für die Zukunft: Nehmt bei Achterbahnen eure Kids mit in den Wartebereich. Wenn sie dann nicht mitfahren können / wollen, können sie einfach beim Ein- und Ausstieg auf euch warten. Da die Fahrt meist nicht länger als 5 Minuten dauert ist das durchaus okay für die Kleinen. Dies ist auch bei der Drachenbahn in der Ritterwelt denkbar.

Sehr empfehlenswert sind auch die gebotenen Live-Shows im Legoland. Anfangs dachte ich mir, dass diese wahrscheinlich unglaublich langweilig sein werden. Nach der Show waren wir allerdings allesamt komplett sprachlos. Artistisch wurde hier wirklich mehr geboten, als in jedem regulärem Zirkus.
Auch das 4-D Kino war wirklich klasse. Eigentlich haben wir es nur aufgesucht, weil es in Strömen zu regnen begonnen hat. Die Filme sind aber wirklich beachtlich und dauern nicht lange. Wem es zu aufregend ist, kann den Saal jederzeit verlassen. Die MitarbeiterInnen sind hier wirklich sehr zuvorkommend.

Heuer haben wir auch endlich mal Atlantis besucht. Bei den Aquarien hat man tatsächlich das Gefühl man schwimmt mit den Fischen mit. So etwas habe ich in dieser Form wirklich noch nicht gesehen. Bei Regen eine coole Sache.
Ich würde dem Legoland in Günzburg bei einer Bewertung 9 von 10 Punkten verleihen. 1 Punkt Abzug für das wirklich schlechte, aber dafür teure Essen am Gelände.







