Es herbstelt – ein Ausflug in die Wolfsklamm im Tiroler Unterland

Herbsferien 2021 in Wörgl/ Tirol

Mittlerweile bin ich in meinem Freundeskreis dafür bekannt mit meiner Familie doch recht anspruchsvolle Wanderungen zu unternehmen. Wenn ich also unter Freunden vorschlage wandern zu gehen, begegnen mir viele mit einer gewissen Skepsis.
Im Moment verbringen wir unsere Herbstferien bei lieben Freunden in Wörgl/ Tirol. Auch hier schlug mir eine gewisse Skepsis entgegen, als ich vorschlug einen Ausflug in die Wolfsklamm zu unternehmen. Nach erfolgreicher Tagung des Familienrates beim Frühstück packen wir unsere Rucksäcke und machen uns auf den Weg. Die Wolfsklamm selbst liegt in der Nähe von Schwaz in Tirol, also irgendwo zwischen Innsbruck und Kufstein.

Die Kinder sind zu Beginn nicht wirklich begeistert von der Wanderung. Das vier-jährige Natuakind will gleich zu Beginn getragen werden. Die Holztreppen sind ziemlich hoch und nicht ganz einfach für sie zu überwinden. Dafür wird man von einer tollen Aussicht belohnt, was meine Tochter nur mäßig motiviert. „Schöne Aussicht? Na und? … Ich will nach Hause … meine Beine tun weh.“ Dabei sind wir gerademal 10 Minuten unterwegs. Ich versuche gut gelaunt weiterzumarschieren. Getragen wird hier niemand. Ginge auch nicht. Die Treppen sind viel zu steil und zu schmal. Schlussendlich gibt sie auf und trottet trotzig weiter. Nach der ersten Jausenpause bessert sich die Laune. Schokolade wirkt einfach Wunder. Ich weiß nicht, was ich mache, wenn ich einmal die Süßigkeiten zu Hause vergessen sollte? Umdrehen? Davonlaufen? Ebenfalls schreien?

Nach der Pause geht es zwar nicht ganz fröhlich, aber immerhin weiter. Der Natuabursche rennt durch die Klamm. Er kennt keine Müdigkeit. Für ihn muss allerdings alles schnell schnell gehen. Zum Genießen kommt man da auch nicht wirklich. Dabei sind die Wasserfälle um uns herum wirklich sehenswert. Auch wenn wir schon einige Klammen durchwandert haben, finde ich diese immer wieder aufs Neue faszinierend. Am meisten beeindruckt mich die Kraft des Wassers, welches mit lautem Getose in die Tiefe stürzt, Bäume mitreißt und Steine aushöhlt.

Fast am Ende der Klamm angekommen, pausieren wir bei den Stana Mandln am Ufer des Stallenbachs. Der Anblick ist wirklich wunderschön. Der Herbst ist hier in allen Farben zu bewundern. Hoch über uns im Felsen thront das Benedektinerkloster St. Georgenberg. Wir überlegen gleich den Rückweg anzutreten, entscheiden uns aber dann doch den Aufstieg zum Kloster zu wagen. Die nach oben führende Straße ist ziemlich steil, wird aber durch die herrliche Herbstsonne und den besonderen Ausblick auf das Kloster belohnt. Vor allem die „Harry-Potter“ Brücke beeindruckt uns sehr. Im Kloster angekommen nehmen wir auf der Terrasse Platz. Unglaublich warm und sonnig ist es dort. Wir spüren richtig wie wir von Kraft und Energie erfüllt werden. Die Terrasse ist voll besetzt, das Personal ist aber unglaublich freundlich und flott. Wir genießen Kaspressknödelsuppe, Schnitzel und diverse Torten. Danach sind wir so voll, dass wir nicht mehr wissen, wie wir vom Berg hinuntersteigen sollen.

Gesagt getan machen wir uns an den Abstieg. Dieser ist ziemlich langweilig und verläuft nicht mehr durch die Klamm, sondern über einen Güterweg. Da wir selbst nicht sonderlich motiviert sind, fällt es uns sehr schwer auch die Kinder bei Wanderlust zu halten. Wir sind richtig froh, als wir am Parkplatz ankommen.

Dennoch sind wir uns einig: Dieser Ausflug hat sich auf jeden Fall ausgezahlt und uns dabei geholfen unsere Batterien für den bevorstehenden Winter aufladen zu können. Noch so viel Sonne in den Herbstferien sammeln zu können ist wirklich ein Segen.

Nützliche Webseiten:

Eckdaten:

  • Dauer: 1 h bis zum Ende der Klamm, 1/2 Stunde bis zum Kloster, Rückweg etwa 1 Stunde – Gesamtzeit ohne Pausen also etwa 2-3 Stunden
  • Schwierigkeit: relativ einfach, es gibt allerdings zahlreiche Holztreppen, die sehr steil ansteigen, Kinder sollten trittsicher sein (ab ca. 3 Jahren begehbar)
  • Weglänge: Leider keine Angaben im Internet
  • Steigung: ca. 350 Stufen
  • Wegbeschaffenheit: Trampelpfad, teilweise geschottert, Brücken, Treppen, nicht für Kinderwägen geeignet

Anfahrt

Autobahn bis Schwaz, dann der Beschilderung nach Stans folgen (genauere Infos gibt es hier hier)

Ein kostenpflichtiger Parkplatz befindet sich direkt beim Klammeingang. Infos gibt es hier

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