Rudolfshöhe – ein Ort ohne Hektik

Die Rudolfshöhe ist DER Hausberg der St. Pöltner. Landeshauptstädter waren gefühlt 100erte Male auf diesem Berg. Egal ob mit Rad, zu Fuß oder mit dem Auto. Der Berg scheint eine gewisse Anziehungskraft zu besitzen. Als gebürtige Kremserin war ich erst einmal auf dieser Anhöhe. Damals als Lehrerin am Wandertag einer ersten Klasse Mittelschule. Immerhin habe ich den Berg von ganz unten erklommen. Vom Bahnhof in Kreisbach wanderten wir über gemütliche Waldwege und grüne Wiesen hinauf zur Ochsenburgerhütte, wo wir eine Pause einlegten, bevor es wieder hinab ins Tal ging. Für eine erste Klasse Mittelschule übrigens ein wunderbarer Ausflug, da der Ausgangspunkt von St. Pölten aus leicht mit der Bahn zu erreichen ist.

Nachdem ich nun selbst zur St. Pöltnerin geworden bin, ist es nun an der Zeit den Hausberg der Landeshauptstadt auch für mich und meine Natuakinda zu erkunden. Eine wirklich gute Freundin und Rudolfshöhenkennerin schlug vor einen kleinen Nachmittagsausflug dorthin zu unternehmen.
Kurzentschlossen packen wir also heute Mittag unsere Rucksäcke und fahren mit dem Auto gen Wilhelmsburg. Vorbei am Schloss Kreisbach geht es den asphaltierten Weg steil hinauf in Richtung Rudolfshöhe. Vom Parkplatz aus kann man bereits die Ochsenburgerhütte, unser heutiges Ziel erblicken. Der Weg von Kreisbach herauf, wäre für unsere Natuakinda zu anstrengend. Meine Freundin schätzt den Weg vom Schloss herauf auf etwa 1 1/4 Stunden. Die Natuaburschen rennen sofort die Anhöhe hinauf. Wir Natuamädls trotten gemütlich hinten nach. Auf und ab laufen die großen Buben, ohne jegliche Anzeichen von Müdigkeit. Mir geht schon beim Zuschauen die Puste aus. Immer wieder frage ich mich woher sie diese Energie bloß nehmen. Insgeheim hoffe ich, dass mein Natuabursche heute Abend besser einschläft als sonst. Meist zeigen, aber auch lange Wanderungen kaum Auswirkungen. Ich habe einen Natuaburschen mit nie endend wollender Energie großgezogen 🙂

Wir erreichen eine große Linde und lassen uns unter dem Baum auf einer Bank nieder. Das Natuamädl verlangt nach Nahrung. Das Wetter ist wieder einmal fabelhaft. Noch vor zwei Tagen lag in St. Pölten Schnee und heute herrscht Kaiserwetter bei 16 Grad. Weiter geht’s zur Hütte hinauf. Auf der Rückseite gibt es einen kleinen Spielplatz. Wir begutachten ein aus Holzstöcken wild gebautes Tipi und versuchen auch selbst eines zu bauen, scheitern aber am morschen Holz.

Später gönnen wir uns einen Kaffee. Ja, auf der Ochsenburgerhütte gibt es Corona-bedingt Coffee to go, aber auch Bier und Wein wird ausgeschenkt. Vor der Hütte sind alle „Plätze“ belegt. Unglaublich wie viele Mountainbiker höheren Alters hier unterwegs sind. Hinter uns unterhalten sich zwei Herren lautstark über schlechte Hausärzte und die böse Pharmaindustrie. Ich erfahre, dass der eine bereits 77 Jahre alt ist. Wow … in dem Alter möchte ich auch mit einem stinknormalen Mountainbike die Rudolfshöhe erklimmen. Hut ab! Überhaupt sind sehr viele Pensionisten unterwegs. Für einen Freitag Nachmittag wahrscheinlich nicht recht ungewöhnlich. Nach kurzem Mannerschnittensnack und Pinkelpause geht es wieder über die Wiese zurück zum Auto.

Die Rudolfshöhe … ein Ort ohne Hektik unweit von St. Pölten gelegen. Ich bin mir sicher wir kommen wieder 😉

Eckdaten

Dauer: Ca. 2 Stunden (Reine Wegzeit ca. 15 min.)

Schwierigkeit: für Kinder jeden Alters geeignet

Weglänge: 1 km

Steigung: ca. 200 Hm

Wegbeschaffenheit: Nicht kinderwagentauglich, da Schotterweg oder kinderwagentauglich die Straße entlang

Nützliche Links: Ochsenburgerhütte

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