Osttiroler Erlebnis mit atemberaubender Aussicht – die Sillianer Hütte

27. Juni 2020

Von der Leckfeldalm zur Sillianer Hütte – eine Wanderung an der italienischen Grenze

Ich kann mich noch daran erinnern als wäre es gestern gewesen: Die schönste Wanderung unseres letzten Sommerurlaubes. Es war das 1. Corona-Jahr und wir hatten das Glück, dass wir unseren eigentlich für März geplanten Urlaub auf Juni umbuchen konnten. In diesem Monat schien sich alles wieder zu normalisieren und wir konnten unsere Zeit vollkommen genießen. Wir verbrachten viel Zeit in der Natur und erkundeten neue Gegenden. Schon öfter waren wir in Osttirol wandern, bereits vor der Geburt des Natuakindes, doch noch nie zuvor waren wir im Lesachtal.

Die Rezeptionistin unseres Hotels hat uns die Wanderung von der Leckfeldalm zur Sillianer Hütte empfohlen und es war bei weitem die schönste Tour des Urlaubs. Wir fuhren mit dem Auto bis zur Leckfeldalm, oberhalb von Sillian, die bereits auf 1900m liegt. Dort parkten wir unser Auto und das Natuakind (damals 21 Monate alt) erkundete sogleich den Spielplatz neben der Alm und begrüßte die Kühe mit einem kräftigen „Muhhh“ – wie es sich eben gehört. Dann wollten wir los – angekündigte Gehzeit waren 1,5 Stunden. Die ersten 200 Meter marschierte das Töchterchen munter drauf los. Dann kam der Einbruch. Sie wollte partout nicht mehr weitergehen, jedoch auch nicht getragen werden (wir hatten an diesem Tag statt der Wandertrage, die normale Babytrage in der Babys und Kleinkinder vorne als auch hinten am Rücken getragen werden konnten mit, da sie im Urlaub einfach viel handlicher war). Mein Plan war es, das Natuakind rücklings zu tragen doch da spielte Madame nicht mit. Ich sah uns schon wieder Richtung Hotel fahren und war frustriert. Doch nach cirka 20-30 Minuten voller Überreden, Verhandeln, Kompromisse finden drehte ich die Trage einfach nach vorne und siehe da, dies war des Rätsels Lösung – der Sprössling war zufrieden….anscheinend war sie einfach nur müde und braucht ganz viel Mama-Nähe denn kurz darauf schlief sie ein. Wer konnte auch ahnen, dass sie um 10 Uhr vormittags müde ist wo sie doch normalerweise erst nachmittags schläft. Urlaub kann anscheinend doch auch anstrengend sein.

Von da an war es eine ganz wunderbare Wanderung. Der Weg ging vorbei an kleinen Bächlein, weidenden Kühen und bot einen durchgehend tollen Ausblick. Der Anstieg war stetig steil jedoch trotzdem leicht, Kinder ab 5 Jahren schaffen den Weg mühelos, würde ich jetzt mal sagen, es kommt aber immer auf die jeweilige Motivation an. Pünktlich, kurz bevor wir die Hütte erreichten, wachte das erholte Natuakind auf und wir konnten zu dritt das italienische Panorama der Sextener Dolomiten genießen – was für ein Wahnsinnsausblick! Eine Herde Ziegen querte unseren Weg und wir erblickten die Hütte. Noch einmal ein kurzer, jedoch recht steiler Anstieg, und schon waren wir am Ziel – nach cirka 1,5h wie es prophezeit wurde. Die Sillianer Hütte liegt auf 2447m und wurde erst vor Kurzem, im Jahr 2019, vergrößert und umgebaut. Wir stärkten uns mit einer guten Kaspressknödelsuppe (unser Must-Eat am Berg), genossen die Sonne und machten und entspannt wieder auf den Weg bergab zur Leckfeldalm. Die Gehmotivierten, so wie wir, können noch einen Abstecher zum Heimkehrerkreuz machen, von dort aus würden wir jedoch raten, wieder ein Stück auf gleichem Wege zurück zu gehen um auf den Weg Richtung Leckfeldalm zu gelangen. Es gäbe auch einen direkten Weg vom Heimkehrerkreuz hinunter zur Alm, der ist jedoch „schwarz“ und mit Kindern eher nicht gut zu begehen.

Nach einer Stunde erreichten wir dann wieder die Alm wo wir uns noch ein gutes Stück Strudel gönnten. Das war bestimmt nicht unsere letzte Wanderung in Sillian! Habt ihr jetzt auch Lust auf eine Portion Osttirol?

Nützliche Webseiten:

Eckdaten unserer Wanderung

  • Dauer: 1,5 h bis zur Hütte, Rundwanderweg cirka 2,5 h
  • Schwierigkeit: relativ einfach, trotz des regelmäßigen steilen Anstiegs
  • Weglänge: ca. 3km bis zur Hütte
  • Steigung: ca. 530 hm
  • Wegbeschaffenheit: gut, fast durchgehend Forststraße, jedoch nicht unbedingt kinderwagentauglich da es doch recht steil ist

Anfahrt

Von Lienz kommend fährt man fast durch ganz Sillian durch und biegt dann am Ortsende links ab. Man überquert die Drau sowie Bahngleise und hält sich dann immer an die Wegweisschilder. Nach einigen Minuten steiler Anfahrt durch einen Wald erreicht man die Leckfeldalm und kann direkt vor der Alm parken.

Ein Kommentar zu “Osttiroler Erlebnis mit atemberaubender Aussicht – die Sillianer Hütte

  1. Ich musste sehr grinsen über deine Worte zum Start der Tour (200m – Diskussionen – …) 🙂 Das kennen wir genau so. Wie schön, dass ihr eine gute Lösung gefunden habt und dann doch euer Ziel erreichen konntet.

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