Naturlehrpfad Feldmühle – Das Gute so nah

14.01.2021 Ein winterlicher Spaziergang durch St. Pöltens Naturjuwel

Das Wetter ist heute eher trüb und unfreundlich. Eigentlich könnten wir auch zu Hause in der warmen Stube bleiben, aber draußen liegt ein wenig Schnee und wer weiß wie lange dieser Umstand noch anhalten wird? Also doch irgendwohin raus. Aber nicht so weit weg. Es soll nur ein kurzer Spaziergang werden. Einer meiner Lieblingsplätze in St. Pölten ist der Naturlehrpfad Feldmühle bei Ratzersdorf. Im Winter war ich aber noch nie dort. Normalerweise fahren wir immer mit dem Rad, aber heute ist es mir zu kalt und zu windig. Wir nehmen also das Auto. In der Feldmühle angekommen schlägt uns eine kühle Brise entgegen. Die kleine Wilde ist nicht sonderlich begeistert. Der Große hingegen rennt sofort los, jagt durch den Schnee, erfreut sich an den gefrorenen Pfützen und an einer Schneeballschlacht mit Mama. Zuerst besichtigen wir den Holzverschlag und sehen uns die vielen Bilder der Tiere an, die es in dieser Gegend geben soll an. Dann geht’s weiter zum eigentlichen Highlight, nämlich zum Tümpel. Wir versuchen Vögel mit dem Fernglas zu erspähen, haben aber leider kein Glück. Wir überqueren den Tümpel über den Steg und gehen über den Weg entlang der Traisen zurück zum Auto. 

Meine Gedanken schwelgen in Erinnerungen. Der erste Besuch in der Feldmühle liegt schon etwas zurück. Damals ist der Große noch im Kinderwagen gesessen und die kleine Wilde war noch nicht auf der Welt. Es war ein Frühlingstag im Mai gewesen. Mehrere Stunden sind wir durch das Gebiet zwischen Mühlbach und der Traisen spaziert, haben uns alle Schilder angesehen und die blühenden Pflanzen fotografiert. Wer sich für die österreichische Naturfauna interessiert, findet hier ein kleines Paradies. Auf den Trockenwiesen blühen im Mai Blumen, welche ich seit meiner Kindheit kaum wo gesehen habe. Vielleicht bilde ich es mir aber auch nur ein, dass die Vielfalt der Vegetation seit 20 Jahren ständig zurückgeht.

Von Frühling bis in den Herbst hinein kann man am Tümpel Wasserschlangen, verschiedene Falter, Vögel, Wasserschnecken, Frösche und Libellen beobachten. Eine Becherlupe zahlt sich hier wirklich aus. Mit etwas Glück kann man an der Traisen Stockenten, Höckerschwäne oder Lachmöwen beobachten. 

Eckdaten unseres Spaziergangs

Dauer: ca. 1 Stunde je nach Jahreszeit

Schwierigkeit: für Kinder jeden Alters geeignet

Weglänge: ca. 1 km

Steigung: keine

Wegbeschaffenheit: flache Feldwege, kinderwagentauglich

Nützliche Links: St. Pölten Tourismus

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