Wo die großen Bäume stehen…

10.1.2021 Ein Ausflug zu den Mammutbäumen in Paudorf (NÖ)

Endlich ist der Winter ins Land gezogen. Schon beim Frühstück lacht die Sonne zum Fenster rein und die frostige Wiese glitzert im Morgenlicht. Einfach wunderbar. Da kommt es uns ganz recht, dass unsere Natuanachbarin spontan zur Winterwanderung aufruft. Wohin solls gehen? – Ah Mammutbäume besuchen in Paudorf … also ganz in der Nähe, gerade mal 20 Minuten von uns entfernt. Da es ein Ausflug über Mittag werden wird, muss also noch eine Jause her. Das Brot ist alle, das Tiefkühlgebäck längst aufgebraucht. Also her mit der Crepespfanne und Bananenpfannkuchen gebacken, rein in die Box, Thermoskanne befüllen, Nüsse und Gutzis, praktischer Weise noch vom gestrigen Skiausflug verpackt, rein in den Rucksack und fertig. Jetzt müssen nur noch die Natuakinda bereit gemacht werden. Der große Wilde ist sofort Feuer und Flamme. Juhuu raus in den Schnee, was kann es Besseres geben? Die kleine Wilde sieht das anders. Raus in die Kälte? Und dann auch noch bewegen? Heute? Ohne mich! Ja, auch 3-Jährige sind nicht immer begeisterungsfähig. Was nun? Meine Mamalaune rutscht ein wenig in den Keller. Immer diese Diskussionen. Was solls! Die Demokratie ist heute auf meiner Seite denke ich mir, 3:1. Also los. Mit viel Geschrei packen wir die kleine Wilde ins Auto. Hier wird sie von einem Pixie-Buch abgelenkt. Rotkäppchen sei Dank!

Wir folgen unserer Natuanachbarin mit dem Auto nach Paudorf. Ist ja noch immer die Corona da … also zwei Autos. Greta weint.

Blick auf Stift Göttweig

In Paudorf parken wir direkt beim Bahnübergang. Ein Wegweiser kündigt die Wegzeit mit 50 Minuten an. Schnell noch die Natuakinda fertig anziehen und los geht´s. Die ersten 50 Meter klappen ganz gut. Dann wird es schwierig. Die kleine Wilde findet es totaaal unfair, dass das Natuakind der Nachbarn in die Kraxn darf. Sie ist schließlich auch noch klein und will getragen werden. Ihre Beine sind auch uuuunglaublich müde. Durch gutes Zureden schaffen wir es immerhin geschätzte 100 Meter weiter bis zum Schranken. Erneute Diskussionen über die müden Beine. Die Meute trennt sich. Der große Wilde hat Rudi die Raupe auf einem Schild entdeckt. Sein Forscherdrang ist geweckt. Papa, der große Wilde und die Natuanachbarn gehen also voran. Schließlich muss man das nächste Holzschild mit Rudi finden. Schleppend folge ich mit der 3-Jährigen. Wir vereinbaren, dass sie bis zur Kurve geht und ich sie dann bis zur nächsten Kurve trage. Dieses Spielchen funktioniert einigermaßen gut und wir kommen ein gutes Stück voran. Danach folgt „Ich seh ich seh was du nicht siehst“, gefolgt von Papa gibt nach und setzt die kleine Wilde auf seine Schultern. Dazwischen unzählige Diskussionen über die Ungerechtigkeit der Welt. Die schöne Aussicht auf Stift Göttweig, die winterliche Landschaft und die herrlichen Sonnenstrahlen, welche durch die Bäume fallen, setzen aber so viele chemische Glückshormone in meinem Körper frei, dass der Ausflug dennoch Freude bereitet.

Picknick im Schnee

Am Rastplatz angekommen, erforschen wir Mammutbäume, balancieren über Baumstämme, besuchen ein aus Zweigen gebautes Tipi und stärken unsere Nerven mit den mitgebrachten Gutzis. Nach einer zugezogenen Beule am Kopf der kleinen Wilden machen wir uns nach einer halben Stunde wieder auf den Weg zurück zum Auto. Wir folgen einem schmalen Waldpfad bis zur Forststrasse. Die kleine Wilde ist jetzt wieder motiviert selbst zu gehen. Jedenfalls zu Beginn. Als die Freude am Spazieren sinkt, ziehe ich sie auf einem mitgebrachten Plastikmüllsack den mit Schnee angezuckerten Weg hinunter. Das funktioniert einigermaßen gut. Das letzte Stück geht sie sogar selbst. Zwar unter Wiederworten, aber immerhin.  

Eckdaten unseres Spaziergangs
  • Dauer: mit Kleinkindern, welche selbst gehen ca. 2-3 Stunden
  • Schwierigkeit: gut gelaunte 3-Jährige sollten den Weg bereits zurücklegen können 😊
  • Weglänge: 3,7 km
  • Steigung: gering
  • Wegbeschaffenheit: vorwiegend Forststrasse, Kinderwagentauglich
Streckenbeschreibung

Ausgangspunkt ist der Bahnhof in Paudorf. In der Nähe des Bahnübergangs gibt es auch Parkplätze. Wir überqueren die Gleise und folgen der Straße geradeaus. Nach dem Passieren des Schrankens geht es eine Forststrasse hinauf. An der ersten Gabelung halten wir uns rechts und folgen einfach dem Weg bis zu den den Mammutbäumen. Am Rastplatz vorbei geht für einige 100 Meter einen breiten Trampelpfad entlang, der dann wieder in eine Forststrasse mündet, welcher wir bergabwärts folgen. An der nächsten Gabelung geht es nach links und dann immer nur den Weg entlang bis zu Parkplatz.

Genauere Infos findest du auch auf bergfex.at

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